Linux als Windows und macOS Alternative


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Am 14. Januar dieses Jahres hat Microsoft den Windows 7 Support eingestellt und liefert seitdem keine Sicherheitsupdates mehr für das meistgenutzte Betriebssystem. Der Upgrade auf Windows 8 oder 10 ist nicht jedermann Geschmacksache. Die Einen bleiben trotzdem bei Windows 7 und nehmen das Risiko einer Viren-Infektion in Kauf, die Anderen suchen nach Alternativen. Die steigenden macOS-Verkaufszahlen bezeugen dass sich viele für den sauren Apfel entschieden haben. Aber wie sieht es mit Linux aus?  Es ist schließlich kostenlos, sicher und mittlerweile benutzerfreundlich!

Der Anteil an Linux-Desktop-Benutzern hat sich in den letzten Jahren verdoppelt. Mit einem Marktanteil von 1,6 % liegt er aber trotzdem im Vergleich zu Windows (75 %) und macOS (10 %) weit hinten. Was sind aber die Gründe, dass die Benutzer Linux so scheuen? Schließlich nutzen sie es auch unbewusst jeden Tag auf ihren Android-Smartphones, Smart-TVs oder Tablets. Warum nicht auf dem Desktop-PC und Laptop?

Einer der Gründe ist das schlechte Image von Linux. Tatsächlich waren die unterschiedlichen Distributionen in der Vergangenheit nicht gerade benutzerfreundlich, und es entwickelte sich die allgemeine Meinung, Linux sei ein Betriebssystem für IT-Spezialisten. In dieser Hinsicht hat sich aber in den letzten Jahren auch viel getan und wer Windows oder macOS bedienen kann, kommt auch mit Linux zurecht. Für Windows-Aussteiger bietet sich die auf Ubuntu basierende Linux Mint Distribution an. Ubuntu selbst ähnelt einer macOS-Oberfläche und wer es anspruchsvoller mag, kann auf Kubuntu ausweichen.

Linux bringt aber nicht nur die weiter unten aufgelisteten und überzeugenden Vorteile mit. Der größte Nachteil ist das fehlende Microsoft Office Paket für diese Plattform. Im privaten Bereich ist das kostenlose und bei der Neuinstallation schon eingerichtete LibreOffice ein sogar besseres und umfangreicheres Büroanwendungspaket als MS Office. Es kann die Dokumente im MS Office Format lesen, bearbeiten und speichern. Bei komplexen Dokumenten kommt es aber leider zu Formatierungsverlusten und Inkompatibilität. Wer beruflich auf MS Office angewiesen ist und Dokumente mit seinen Mitarbeitern austauschen oder gemeinsam bearbeiten muss, der kommt mit LibreOffice nicht weiter.

Microsoft Office gibt es für Windows, macOS und Android. Vor allem das letzte Betriebssystem basiert auf Linux. Eine Portierung auf Linux-Desktop wäre sicherlich eine Kleinigkeit, aber es gibt einen Grund warum es nicht passiert und wahrscheinlich nie passieren wird. Microsoft will damit die Konkurrenz ausbremsen und sein Monopol behalten in dem die Kunden keine Ausweichmöglichkeiten haben. Aber auch wenn Microsoft im privaten Bereich Windows-Benutzer verliert, es gibt eine Vielzahl an verkauften Lizenzen an Verwaltungsbehörden. Ein in München gestartetes Großprojekt mit dem Namen LiMux, der ein Umstieg der Behörden auf Linux einleiten soll, war gescheitert.

Linux Vorteile

Kosten

Die meisten Linux-Distributionen wie Ubuntu, Kubuntu und Linux Mint sind kostenlos und Open Source. Es entstehen also keine Lizenz-Kosten. Ähnlich ist es mit den Linux-Anwendungen, die oft von der Community entwickelt, betreut und frei zur Verfügung gestellt werden. Hinzu kommen die niedrigeren Anschaffungskosten eines Rechners ohne Aufpreis für ein vorinstalliertes Betriebssystem.

Installation

Die Installation ist sehr einfach und übersichtlich gehalten und enthält alle nötigen Treiber. Nach der Installation kann man sofort loslegen. Das Installationspaket bietet eine Live-Version, die ohne Installation von dem Speichermedium gestartet und ausprobiert werden kann.

Stabilität

Linux ist sehr stabil und ein abgestürztes Programm kann fast immer ohne Neustart beendet werden. Wenn ein Linux abstürzt ist es eher ein fehlerhaftes Programm als das Betriebssystem selbst. Ich persönlich habe seit der Linux-Installation auf zwei Rechnern im Dezember 2019 keinen einzigen Absturz erlebt (Kubuntu 18.04 LTS).

Leistung

Linux benötigt weniger Rechenleistung als Windows und ist auch auf älterer Hardware lauffähig. Einmal gekaufter Rechner kann somit länger genutzt werden. Im Gegensatz zu Windows benutzt Linux keine Registry, die bei Windows die meisten Ressourcen verschwendet.

Sicherheit

Ein Linux-Betriebssystem ist gegen Schadsoftware deutlich besser geschützt als Windows. Das verdankt Linux nicht nur besseren Schutzmaßnahmen. Der Hauptgrund liegt auf der Hand. Der geringe Marktanteil bietet eine kleine Angriffsfläche und die Hacker „vergolden“ nicht ihre Zeit um Schadsoftware für diese Plattform zu schreiben. Linux-Distributionen werden auch häufig aktualisiert. Entdeckte Sicherheitslücken werden in kürzester Zeit geschlossen.

Linux-Nachteile

Anwendungen

Nicht alle Anwendungen, die man von Windows oder macOS gewohnt ist, sind auf Linux verfügbar. In erster Linie Microsoft Office. Ein sehr gute Alternative ist LibreOffice, die aber nicht für jeden Einsatz geeignet ist. Vor allem wenn MS Office beruflich in einem Team genutzt wird.

Es gibt für Linux sonst sehr viele gute Alternativ-Anwendungen, die aber oft nicht so ausgereift sind wie ihre Windows– oder macOS-Pendanten. Software für spezielle Bereiche existieren oft nur für ein bestimmtes Betriebssystem.

Einarbeitung

Für einen Umsteiger ist es anfangs oft mühsam sich zu recht zu finden, auch wenn die Benutzeroberfläche überschaubar ist. Die Windows/macOS-Gewohnheiten stehen oft im Wege eine neue Linux-Denkweise zu entwickeln. Obwohl den macOS-Nutzern dürfte es leichter fallen.

Tipp: Ubuntu ohne Installation ausprobieren.

Ubuntu-Linux herunterladen, auf eine DVD brennen oder ein Installation-USB-Speichermedium einrichten. Auf der Download-Seite im unteren Bereich gibt es Beschreibungen für Linux, Windows und Mac OS, wie man ein Installationsmedium erstellt. Das Installationsprogramm hat die Option Ubuntu Live von dem Speichermedium zu starten. Auf diese Weise kann man ohne Installation sich das Betriebssystem zuerst anschauen und entscheiden ob es einem zusagt.

Hier finden Sie Kubuntu und Linux Mint Distributionen.



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