Unitymedia und die (all)gemeinen Programminfo-Fehler (Teil 2)


 

Bemerkung: Dieser Beitrag bezieht sich auf den Horizon HD Recorder und ist die Fortsetzung vom Unitymedia und die (all)gemeinen Programminfo-Fehler (Teil 1).

 

Im Teil 1 dieses Beitrages ging es um die Sendungsstartzeiten und die zeitgleiche Aktualisierung der Programminformation („Jetzt läuft“). Bei der zeitlichen Verschiebung der Sendestartzeit, zum Beispiel weil die vorherige Sendung nicht pünktlich zu der vorgegeben Uhrzeit endet, entsteht ein Chaos und die falsche Programminformation wird angezeigt. Auf den untenstehenden zwei Bildern ist ein Beispiel dargestellt. Während die Sendung „Hercules“ noch bis 8.47 Uhr lief, wurde pünktlich zu der vorgesehenen Sendungsstartzeit ein Programminfo für die nachfolgende Sendung „Xena“ angezeigt. Und es ist kein Einzelfall.

"Hercules" läuft noch bis 8.47 Uhr...
„Hercules“ läuft noch bis 8.47 Uhr…
...um 8.45 Uhr wird aber schon "Xena"-Info angezeigt.
…um 8.45 Uhr wird aber schon „Xena“-Info angezeigt.

Ein weiters, nerviges Beispiel: Es läuft eine Sendung mit Jugendschutz und das Ende verzögert sich um ca. 5 Minuten. Ich möchte aber die nachfolgende Sendung sehen (ohne Jugendschutz). Die Programminfo wird schon pünktlich zu der vorgesehenen Startzeit angezeigt. Also möchte ich schon mal die Jugendschutzsperre rausnehmen und auf den Anfang warten. Es geht nicht, weil die kommende Sendung mir keine Option „Ansehen“ + Jugendschutz PIN anbietet. Die ist in der vorherigen Programminfo gewesen. Also einfach nur genervt vor dem schwarzen Bildschirm abwarten.



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Wie schon im Teil 1 kurz angesprochen, sind die Service-Informationen, definiert in DVB-SI, veranwortlich unter anderem für die Electronic Program Guide (EPG) Daten, Programmierung der Sendungsaufnahmen und Anzeige der aktuellen Programminfos. Die DVB-SI definiert insgesamt 9 Tabelen. Zwei davon sind für die Verwaltung der korrekten Programminformationen wichtig. Die Running Status Table (RST) überprüft ob eine Sendung noch läuft oder eben beendet wurde und die Event Information Table (EIT), die programmierte Aufnahmen und EPG-Daten, aus den auch die Programminfos stammen, verwaltet.

Sowohl in der RST wie auch EIT sind jeweils Running Status Felder enthalten. Beide Felder haben den gleichen Zweck. Die kontinuierliche Überprüfung des Sendungsanfangs und -endes. Der Unterschied der beiden liegt einmal in der Schnelligkeit (RST im Millisekundenbereich, EIT alle 2 Sekunden) und zweitens in der Verwendung. RST dient nur der Running Status-Kontrolle, EIT ist ein Bestandteil vom EPG und soll die Aktualisierungen hervorrufen. Ausserdem behandelt EIT-Running-Status das aktuelle und kommende, RST-Running-Status nur das aktuelle Ereignis.

Auf der Suche nach der Erklärung des Fehlverhaltens, bin ich im Internet auf eine sehr gute Seite von Vodafone-Kabel-Helpdesk gestossen. In ihrem Artikel Digitales VPS beschreiben sie die Möglichkeiten einer digitalen Aufnahmesteuerung, Zusatzdatenübertragung und wie die Sender und Endgeräte sie handhaben (können).

Wie im Abschnitt Running Status Table (RST) in dem oben genannten Artikel erwähnt, wird RST von keinem deutschen Sender genutzt. Der Runnig Status wird dafür aus der EIT, die mit EPG-Daten übertragen wird, entnommen. Und dieser Status wird nur von allen ARD und ZDF Sendern verwendet und aktuallisiert. Dadurch ist es verständlich warum die falschen Programminfos bei allen nicht ARD/ZDF-Sendern vorkommen. Denn, fehlen die Statusinformationen, werden die festgelegten Sendezeiten für die Aktualisierung der Zuschauerinformationen verwendet. Diese können aber vor oder nach dem Sendebeginn liegen und zwar die richtigen Programminfos liefern, leider aber zum falschen Zeitpunkt.

An diesem Fehler ist also nicht Unitymedia oder sonst ein anderer Anbieter schuld, sondern unsere unterentwickelte Senderlandschaft, die eher auf Profit durch Werbung aus ist als auf die Zuschauerfreundlichkeit und die Weiterentwicklung der Digitalisierung! Für die Werbungsausstrahlung braucht man ja bekanntlich keinen Sendung – Running Status. :mrgreen:

 

Fazit: Wie in der Politik üblich, es wird von einem Problem viel geredet aber nichts getan. Wie im Falle der Digitalisierung. Es ist traurig, dass eine einst in der Technologie (und vor allem in der Fernsehtechnik) führende Nation wie Deutschland jede Menge Müll auf unsere Flachbildschirme übertragen bekommt. Wenn man auch noch die nicht so selten schlechte bis sehr schlechte Bildqualität, Missachten der Bild- und Ton-Standards bedenkt, dann sind die Zuschauer in der dritten Welt mit einer terristischen Antenne und analogem Empfang besser dran.

 

Alexander


Unitymedia und die (all)gemeinen Programminfo-Fehler (Teil 1)




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